Geschafft! 4. Titel für den TuS
Zum vierten Mal nach 1984 (Feld), 1991 und 2001 (jeweils Halle) setzt sich der TuS Volksbank Kremsmünster die Krone im heimischen Faustball auf. In einem dramatischen Endspiel vor 500 Fans in der restlos gefüllten Bezirkssporthalle Kremsmünster luchsen die Jungs des Trainer-Duos Winfried Kronsteiner und Reinhold Neller dem bisherigen Hallenchampion FBC Linz Urfahr den Staatsmeistertitel ab. Beim 3:2 (9:15, 10:15, 15:13, 15:7, 15:12) müssen die Zuschauer allerdings mehr als zwei Stunden alle Höhen und Tiefen eines nervenzerfetzenden Faustball-Spieles miterleben.
"Wir sind endlich am Ziel", jubelt Kronsteiner nach dem Matchball erleichtert, "jetzt weiß ich, wofür ich, die Spieler, der gesamte Verein in den vergangenen vier Jahren so hart gearbeitet haben. Dieser Titel ist der verdiente Lohn!" Nach zwei Sätzen sieht es jedoch nicht nach einem Sieg des favorisierten TuS aus.
Urfahr dominiert das Match, führt dank eines risikofreudigen und großartig aufspielenden Martin Weiß bereits mit 2:0. Doch dann bäumen sich die Hausherren noch einmal auf. Angetrieben von einem fantastischen Publikum geben sie dem Endspiel die Wende. Getragen von einer Welle der Euphorie geben Georg Kerbl, Christian Zöttl und Co - abgesehen von kurzen Phasen - klar den Ton an. Urfahr kann in dieser Phase der Dynamik im Spiel Kremsmünsters nichts Gleichwertiges entgegen setzen. Im Schlussabschnitt sind die Linzer aber plötzlich wieder hellwach und blasen dem TuS ihrerseits den Marsch. Die Kremstaler finden auch darauf die passenden Antworten, egalisieren zwei Mal klar Rückstände - von 3:7 auf 9:9, von 9:12 auf 15:12 - und dürfen sich am Ende von ihren Fans als neue Hallenmeister feiern lassen.
Diese tun dies nach einem teils phänomenalen Finalmatch gerne. Die TuS-Spieler liegen sich nach dem verwandelten Matchball teils mit Tränen in den Augen in den Armen.
"Ich bin so stolz auf unser Team", jubelt Siegfried Simon. "Ich hab mich nach den ersten beiden Sätzen richtig geschämt", gesteht Klemens Kronsteiner, "dafür ist es nun die Krönung, dass wir diesen Titel doch noch geholt haben!" Es sei einfach traumhaft, dass der gesamte Verein für das Ziel "Staatsmeistertitel 2005" gearbeitet hat, dass alle im Verein dieser Mannschaft vertraut haben. Von einer "unglaublichen Stimmung" spricht Reinhard Hübner. Und "Oldie" Dietmar Winterleitner, der als einzige Spieler bei allen vier Titeln als Spieler aktiv war, ergänzt: "Für mich war´s diesmal unverhofft. Aber ich bin stolz darauf, dass ich bei desem Finalspiel dabei war."
Hut ab aber ebenso vor der Leistung Urfahrs. Der im Grunddurchgang noch deutlich schwächere Titelverteidiger liefert in der Bezirkssporthalle eine tolle Leistung und zeigt einmal mehr, wieso er in den vergangenen Jahre bereits alle zu vergebenden Vereinstitel abgeräumt hat. Trauriger Höhepunkt im Endspiel: Martin Weiß verletzt sich im fünften Satz beim Stand von 9:9 bei einem Blockversuch schwer. Der kompliziert gebrochene Zeigefinger seiner linken Hand muss tags darauf mit zwei Titanschrauben fixiert werden.
Im kleinen Finale setzt sich ÖTB Neusiedl/Zaya gegen Askö Linz-Steg mit 2:1 (15:8, 11:15, 15:11) durch.
Honoriert wurden auch die großartigen Leistungen der Einzelakteure: Zum besten Abwehrspieler des "final 4" presented by Tassilo Therma Bad Hall wird Georg Kerbl (TuS) gewählt, zum besten Mittelspieler Norbert Zauner (Urfahr), zu den besten Angreifern Klemens Kronsteiner (TuS) und Martin Weiß (Urfahr).
Die "Gold-Jungs" des TuS Volksbank Kremsmünster: Reinhard Hübner, Georg Kerbl, Klemens Kronsteiner, Siegfried Simon, Josef Stadlhuber, Haymo Valtiner, Dietmar Winterleitner, Christian Zöttl
Trainer: Winfried Kronsteiner, Coach: Reinhold Neller