Abwehr schwimmt im Regen; Wechsel sorgt im Halbfinale für die
Wende"Benjamin" und "Oldie"
retten dem TuS Silber

Nichts für schwache Nerven: Drei Matchbälle muss der TuS Volksbank Kremsmünster im Bundesliga-Halbfinale in Reichenthal gegen Serienmeister ÖTB Neusiedl/Zaya abwehren, erst dann schafft die Mannschaft von Trainer Winfried Kronsteiner mit 3:2 (20:14, 17:20, 16:20, 25:24, 20:18) den Einzug ins Endspiel. Dort ist gegen Titelfavorit Union Freistadt beim 0:3 (-18, -15, -16) zwar nichts zu holen, die Silbermedaille löst bei den Kremstalern dennoch Begeisterung aus: So gut war man am Feld seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.
Dabei sieht es lange Zeit nach einem kapitalen Ausrutscher der im Frühjahr so starken TuS-Fünf aus. Denn Neusiedl nützt die Gunst des einsetzenden Regens und entzaubert die zuvor so sattelfeste Abwehr der Kremstaler. Den neuerlichen Umschwung zugunsten des TuS bringt dann ein ungleiches Duo: Zuerst beruhigt der eingewechselte Routinier Dietmar Winterleitner bei seinem Comeback die Abwehrreihe - er ist mit 39 Jahren der älteste Spieler -, dann sorgt Angreifer Klemens Kronsteiner - mit nicht einmal 22 Jahren ist der Teamspieler der Jüngste am Feld - mit nahezu fehlerfreiem Powerservice in der entscheidenden Phase für die nötigen Punkte.
Beim Rest der Kremstaler wechseln Licht und Schatten, zu unkonstant sind die Leistungen in diesem nervenaufreibenden Halbfinale.
"Die Hauptsache ist, dass wir im Finale sind", jubelt Kronsteiner, weiß aber, dass seine Fünf dort nur krasser Außenseiter ist: "Was Martin Becker heute bei Freistadt im Angriff gezeigt hat, war Weltklasse. Regnet es weiter, wird es für uns sehr schwer werden!"
Dieser Tipp geht auf: Freistadt lässt Kremsmünster im Endspiel keine Chance, wird erstmals seit 24 Jahren wieder Staatsmeister. Silber geht an den TuS, Bronze an Titelverteidiger Urfahr, der im kleinen Finale Neusiedl mit 3:1
besiegt.
TuS-Kader: Georg Kerbl, Klemens Kronsteiner, Sigi Simon, Pepi Stadlhuber, Haymo Valtiner, Dietmar Winterleitner, Christian Zöttl
Trainer: Winfried Kronsteiner,
Coach: Reinhold Neller